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SAP Business One Branchenlösung · AUTOMOTIVE ONE

ERP für Automobilzulieferer: Lieferabrufe, EDI und Rückverfolgbarkeit in einem System

AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Es bildet die Serienabwicklung von Automobilzulieferern in Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung ab.

Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchroner Abruf, JIT- und JIS-Belieferung, Datenaustausch nach VDA und EDIFACT sowie die lückenlose Verfolgung jeder Materialeinheit laufen in einem System – ohne Excel-Listen zwischen OEM und Produktion.

SAP Gold Partner seit 2006 gegründet 1999 über 400 Kunden DACH-weit 7 Standorte in DACH
40–50Installationen von AUTOMOTIVE ONE
2006SAP Gold Partner seit
400+Kunden in DACH
~70Mitarbeitende
7Standorte
SAP Business One

Kurz erklärt: Was ist AUTOMOTIVE ONE?

AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Mit dem Modul werden die Bedarfe eines Serienbetriebs – produzierendes Unternehmen oder Handelsunternehmen – in den Bereichen Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung auf Basis von Materialeinheiten abgebildet. Entwickelt und betreut wird die Lösung von der init consulting AG.

Was AUTOMOTIVE ONE nicht ist: kein eigenständiges ERP-System, kein EDI-Konverter und keine Beratungsleistung. Das Modul setzt eine bestehende SAP-Business-One-Installation voraus und ist nicht mit dem Anbieter init consulting AG gleichzusetzen.

Produktart
Zusatzmodul (Add-on) für SAP Business One
Anbieter
init consulting AG, Kösching (DE)
Zielgruppe
Tier-1- und Tier-2-Zulieferer im Serienbetrieb
Kernbereiche
Verkauf, Einkauf, Produktion, Lager/MHU
EDI-Standards
VDA, EDIFACT, ODETTE, ANSI
Verbreitung
40–50 aktive Installationen
Dokumentierte Version
4.10 (öffentliches Handbuch)
Einzelauftragssicht gegenüber Lieferplansicht Oben vier voneinander getrennte Einzelaufträge, wie sie ein Standardsystem verarbeitet. Unten ein durchgehender Rahmenauftrag mit vielen Einteilungen aus Datum und Menge, wie ihn AUTOMOTIVE ONE als Lieferplan führt. Einzelauftragssicht · SAP Business One im Standard Auftrag Auftrag Auftrag Auftrag jeder Bedarfeinzeln erfasst Lieferplansicht · mit AUTOMOTIVE ONE Ein Rahmenauftrag mit Einteilungen aus Datum und Menge ein neuer Abruf ersetztden Plan vollständig
Der Unterschied in einem Bild: Das Standardsystem kennt getrennte Einzelaufträge. AUTOMOTIVE ONE führt einen Rahmenauftrag mit Einteilungen – ein neuer Abruf ersetzt den bisherigen Plan vollständig.
Im Überblick

AUTOMOTIVE ONE in 43 Sekunden

Ein kurzer Einblick, wofür AUTOMOTIVE ONE in der Serienabwicklung steht: Lieferabrufe, Datenaustausch und Rückverfolgbarkeit in einem System statt in Tabellen daneben.

Die drei Fragen, die dahinterstehen, beantwortet diese Seite ausführlich:

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Ausgangslage

Ausgangslage bei Automobilzulieferern: woran die Serienabwicklung im Standard-ERP scheitert

Die Automobilindustrie verlangt von ihren Zulieferern Qualität, Liefertreue und transparente logistische Prozesse – bei gleichzeitig hoher Flexibilität und kurzen Reaktionszeiten. Ein ERP-System, das nur Einzelaufträge kennt, bildet diese Anforderungen nicht ab.

Abrufe statt Aufträge

Der Kunde sendet Lieferabrufe und Feinabrufe per DFÜ. Das Standardsystem erwartet Einzelaufträge – die Umsetzung passiert in Tabellen neben dem ERP.

Fortschrittszahlen ohne System

Eingangs- und Versand-Fortschrittszahlen werden manuell abgeglichen. Differenzen fallen erst auf, wenn der Kunde reklamiert.

Labels außerhalb des Prozesses

Warenanhänger und Warenbegleitscheine nach VDA-Norm werden separat erzeugt. Die Zuordnung zu Packstücken ist nicht geprüft.

Rückverfolgbarkeit endet zu früh

Im Audit ist nachzuweisen, welches Material in welcher Einheit an welchen Kunden ging. Ohne Einheitenverwaltung ist das eine Rekonstruktion aus Belegen.

Leergut bleibt unsichtbar

Verpackungsmaterial und Ladungsträger zirkulieren zwischen Kunde, Werk und Dienstleister – ohne Konto und ohne Bestand.

Änderungen erreichen die Fertigung spät

Bedarfsveränderungen des Kunden müssen bis in den Produktionsplan durchschlagen. Ein eingefrorener Fertigungsauftrag reicht dafür nicht.

Funktionsumfang

Was AUTOMOTIVE ONE in SAP Business One abbildet

AUTOMOTIVE ONE setzt nicht auf einzelne Insellösungen, sondern auf ein integriert gekapseltes System. Verkauf, Einkauf, Produktion und Lager arbeiten auf denselben Bedarfs- und Materialdaten.

Verkauf

Bedarfe des Kunden vom Abruf bis zur Rechnung

  • Einzelbedarfe und Serienaufträge (Lieferabruf) verwalten
  • Bedarfsannahme per DFÜ (VDA oder EDIFACT) oder auf Papier
  • Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchroner Abruf
  • Bedarfsverwaltung über Rahmenaufträge (Partnerauftrag)
  • Berechnung mit zwei Fortschrittszahlen (Eingang und Versand)
  • Variabler Sicherheitsbestand, Verpackungsvarianten je Partnerauftrag
  • Veränderungsmanagement für Bedarfsänderungen
  • Versandvorschlagsassistent auf Basis der disponierbaren Menge
  • ATM-Warenausgang, Packstücke laut Verpackungsvorschrift
  • Warenanhänger (WAH), Warenbegleitschein, Speditionsauftrag, KLT- und GLT-Labels nach VDA-Norm
  • Sonderfahrten manuell auslösbar
  • Prüfung der VDA-Label-Zuordnung zu Packstücken, Preisprüfung beim Versand
  • Lieferscheintransportdaten und Rechnung per DFÜ
  • Gutschriftsverfahren (Selfbilling) mit DFÜ-Empfang
  • Leergutverwaltung, Konsignationslager, Beistellung an Dienstleister

Einkauf

Lieferanten im Lieferplan statt in Einzelbestellungen

  • Bedarfsverwaltung für Lieferanten über Partnerbestellungen
  • Verwaltung von Verpackungsvorschriften
  • Bedarfsermittlung über die Materialbedarfsplanung (MRP)
  • Variabler Sicherheitsbestand und Bestellvielfaches je Lieferant
  • Lieferplan per Papier oder DFÜ (VDA oder EDIFACT)
  • Verwaltung von Bedarfsveränderungen
  • ABC-Klassifizierung und Lieferantenbewertung nach Termin und Menge
  • LAB-Erzeugungsassistent für Abrufe an Unterlieferanten
  • Wareneingangsvorschlag bis zu einem Stichtag
  • Ware im Transit für Lieferungen aus Übersee
  • Ware bei externen Dienstleistern inkl. Abbuchung der Beistellteile
  • Wareneingang aus Einzel- und Serienbestellungen (Lieferplan)
  • Automatische Wareneingänge aus Lieferscheintransportdaten
  • Leergutverwaltung

Produktion

Planung über alle Bedarfe, nicht nur über feste Aufträge

  • Produktionsplan über Produktionsrahmenaufträge
  • Planung über alle Bedarfe, nicht nur über eingefrorene Fertigungsaufträge
  • Ressourcenplanung für Maschinen, Werkzeuge und Werker
  • Planung gegen endliche Kapazität
  • Definition der Produktionsverpackung
  • Normale Produktion: mehrere Artikel werden zu einem
  • Koppelproduktion: ein Artikel wird zu mehreren – etwa Spritzen, Stanzen oder Lasern von Blechen
  • Produktionsvorschlag bis zu einem Stichtag
  • Einfrieren des Produktionsplans über Produktionsabrufe
  • Rückmeldungen aus der Produktion

Der vollständige Funktionsumfang inklusive Stammdaten, Server-Services und Bedienung ist im öffentlichen Anwenderhandbuch AUTOMOTIVE ONE 4.10 dokumentiert.

Materialeinheiten (MHU)

Rückverfolgbarkeit in AUTOMOTIVE ONE: Materialeinheiten (MHU)

Ziel der MHU-Verwaltung ist es, Material in Form von Materialeinheiten zu führen. Hinter jeder Materialeinheit mit eindeutiger MHU-Nummer werden alle notwendigen Informationen gespeichert, jede Bewegung wird protokolliert – einschließlich der geografischen Platzierung und des leeren Leerguts.

Weg einer Materialeinheit durch das Werk Eine Materialeinheit mit eindeutiger Nummer durchläuft Wareneingang, Einlagerung, Produktion, Umpacken und Versand. An jeder Station protokolliert das System die zugehörigen Daten. Die Nummer bleibt über den gesamten Weg dieselbe. durchgehend dieselbe MHU-Nummer Wareneingang Lieferant, Charge,Eingangszeitpunkt Einlagerung Lagerplatz,Scannerbuchung Produktion Entnahme, Ausschuss,Rückmeldung Umpacken Verpackungs-vorschrift, VDA-Label Versand Packstück, Kunde,Lieferschein
An jeder Station protokolliert das System die zugehörigen Daten. Die MHU-Nummer bleibt über den gesamten Weg dieselbe – das ist die Grundlage des Nachweises im Audit.

Lückenlose Nachverfolgung

Die MHU ermöglicht die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Ware und Artikel – vom Wareneingang über die Produktion bis zum Warenausgang beim Kunden.

Bedarfslisten je Arbeitsplatz

Das System erzeugt Bedarfslisten für Material und Leergut zum Arbeitsplatz, zur Umverpackung an den Umpackplatz und für den Versandplatz.

VDA-Labels an der Einheit

VDA-Labels werden den MHUs zugeordnet. Beim Versand prüft das System, ob Label und Packstück korrekt zusammengehören.

Volle und halbvolle Einheiten

Volle und angebrochene MHUs werden ebenso geführt wie volles und leeres Leergut – Restmengen bleiben bestandsgeführt statt zu verschwinden.

Platzverwaltung und Inventur

Mit der MHU wird die geografische Platzierung protokolliert. Lagerplatzverwaltung, Scannerfunktionen und Inventur greifen auf denselben Datenstand zu.

Ausschuss dokumentiert

Ausschuss wird über die MHU-Verwaltung erfasst statt über Korrekturbuchungen – die Materialbilanz bleibt nachvollziehbar.

Im Audit zählt die Kette. AUTOMOTIVE ONE ist auf die transparente Nachverfolgung von Einkauf, Produktion und Lieferkette ausgelegt – ein Erfolgsfaktor, wenn Kundenaudits den Nachweis über den gesamten Materialfluss verlangen.

Elektronischer Datenaustausch

Von AUTOMOTIVE ONE unterstützte EDI-Standards: VDA, EDIFACT, ODETTE und ANSI

EDI überträgt Geschäftsdaten beleglos zwischen den Systemen von Kunde und Lieferant. In der Automobilbranche erhöht das die Lieferbereitschaft, reduziert Sonderlieferungen und macht das manuelle Übertragen in lieferanteneigene Belege überflüssig. Die folgenden Normen bildet AUTOMOTIVE ONE ab.

VDA-Normen – Empfang und Versand
GeschäftsprozessNormEmpfangVersand
Lieferabruf (LAB)VDA 4905jaja
Lieferabruf (LAB)VDA 4984ja–
Feinabruf (FAB)VDA 4915ja–
Produktionssynchroner Abruf (PAB)VDA 4916ja–
LieferscheintransportdatenVDA 4913jaja
LieferscheintransportdatenVDA 4987–ja
RechnungVDA 4906jaja
ANSI-Normen
GeschäftsprozessNormEmpfangVersand
Lieferabruf830ja–
Lieferscheintransportdaten / ASN856–ja
Rechnung810–ja
ODETTE-Normen
GeschäftsprozessNormEmpfangVersand
LieferabrufDELINSja–

EDIFACT-Nachrichtentypen

Empfang

  • DELFOR – D96A, D99B, D04A, D10A
  • DELJIT – D97A, D98B, D04B, D13A
  • INVOIC – D07A
  • ORDERS – D96A, D96B, D97A, D99B, D05B, D10A

Versand

  • DELFOR – D04A
  • DESADV – D96A, D96B, D97A, D98A, D07A
  • INVOIC – D07A

Neue Kundenformate ohne Eingriff ins Kernsystem

AUTOMOTIVE ONE bringt ein konfigurierbares DFÜ-Regelsatz- und Mapping-System mit. Neue OEM-Anforderungen – etwa die VDA-4985-T2-Integration für Mercedes-Benz-Werke – werden darüber umgesetzt, ohne Customizing am SAP-Kernsystem. Die Konfiguration erfolgt direkt in SAP Business One, ohne externe Middleware.

Bewährte OEM-Szenarien

Typische Konstellationen bei VW, BMW, Mercedes und Stellantis sowie Randfälle der Abrufverarbeitung sind über reale Kundenprojekte abgedeckt. Für die VDA-4987-Anbindung an VW existiert eine eigene Einrichtungsanleitung im Produkt.

Stand der Angaben: dokumentierter Funktionsumfang von AUTOMOTIVE ONE. Normen werden von Institutionen wie dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) herausgegeben. Ob ein konkretes Kundenformat abgedeckt ist, klären wir im Erstgespräch anhand Ihrer Abruf- und Rechnungsdaten.

Begriffe

Glossar zur Serienabwicklung mit AUTOMOTIVE ONE

Die sieben Begriffe, die auf dieser Seite immer wieder vorkommen – so, wie sie in AUTOMOTIVE ONE verwendet werden.

Lieferabruf (LAB)
Vom Kunden übermittelter Bedarf über einen längeren Horizont. Er ersetzt die Einzelbestellung und wird gegen einen Rahmen- beziehungsweise Partnerauftrag verrechnet.
Feinabruf (FAB)
Kurzfristige Präzisierung des Lieferabrufs mit tages- oder schichtgenauen Mengen und Terminen.
Produktionssynchroner Abruf (PAB)
Abruf, der sich direkt an der Fertigungsreihenfolge beim Kunden orientiert. Reihenfolge und Zeitpunkt sind Teil des Bedarfs.
Fortschrittszahl (EFZ / VFZ)
Kumulierte Menge über die gesamte Laufzeit einer Lieferbeziehung. AUTOMOTIVE ONE rechnet mit einer Eingangsfortschrittszahl (EFZ) und einer Versandfortschrittszahl (VFZ) und leitet daraus Rückstand, Sofortbedarf und die disponierbare Menge ab.
Lieferplan
Rahmen mit vielen Einteilungen aus Datum und Menge über einen langen Zeitraum. Ein neu empfangener Lieferabruf ersetzt den bisherigen Plan vollständig; das System rechnet die offenen Mengen neu.
Materialeinheit (MHU)
Material Handling Unit: physische Materialeinheit mit eindeutiger Nummer, unter der Inhalt, Zustand, Platzierung und sämtliche Bewegungen protokolliert werden.
Leergut
Ladungsträger und Verpackungsmaterial, die zwischen Kunde, Werk und Dienstleister zirkulieren. In AUTOMOTIVE ONE über Verpackungsmaterialkonten und MHUs geführt.

Das vollständige Verzeichnis mit 16 Begriffen – darunter JIT und JIS, Konsignationslager, Beistellung, Koppelproduktion, Gutschriftsverfahren und die VDA-Ladungsträger KLT und GLT – steht auf der Faktenseite zu AUTOMOTIVE ONE.

Kostenfreier Download

Checkliste: Audit- und EDI-Readiness für Automobilzulieferer

Acht Seiten zum Abhaken – entwickelt aus Einführungsprojekten bei Zulieferern. Sie prüfen damit in etwa 20 Minuten, wo Ihre Abrufabwicklung, Ihr Datenaustausch und Ihre Rückverfolgbarkeit heute stehen und welche Lücken im nächsten Kundenaudit relevant werden.

  • 34 Prüfpunkte in fünf Blöcken: Abrufe, EDI, Produktion, Material, Nachweise
  • Übersicht der VDA-, EDIFACT-, ODETTE- und ANSI-Normen je Geschäftsprozess
  • Fragenkatalog für das Gespräch mit Kunde und EDI-Dienstleister
  • Reifegrad-Einstufung mit Auswertungsbogen

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Prozesskreis

Prozesskreis in AUTOMOTIVE ONE: vom Abruf des Kunden bis zur Faktura

Der Unterschied zur Einzelauftragsabwicklung liegt in der Lieferplansicht: Ein Lieferplan umfasst viele Einteilungen aus Datum und Menge über einen langen Zeitraum. Trifft ein neuer Lieferabruf ein, ersetzt er den bisherigen Plan vollständig – und das System rechnet Rückstand, Sofortbedarf und disponierbare Menge neu.

Prozesskreis in AUTOMOTIVE ONE Der Kunde sendet einen Abruf. AUTOMOTIVE ONE durchläuft fünf Stationen: Empfang per Datenfernübertragung, Planung mit Materialbedarfsplanung und Produktion, Versandvorschlag und Warenausgang, Versand der Lieferschein- und Transportdaten sowie Faktura. Danach beginnt der Kreis mit dem nächsten Abruf von vorn. Kunde OEM oder Tier 1 Abruf 1 DFÜ-Empfang Abruf wird zumPartnerauftrag 2 Planung MRP, Produktion,Unterlieferanten 3 Warenausgang Versandvorschlag,VDA-Papiere 4 DFÜ-Versand Lieferschein- undTransportdaten 5 Faktura Rechnung oderGutschrift Fortschrittszahlen werden fortgeschrieben · der nächste Abruf ersetzt den Lieferplan

DFÜ-Empfang des Abrufs

Der Lieferabruf, Feinabruf oder produktionssynchrone Abruf wird per EDI importiert und in den Partnerauftrag in SAP Business One überführt. Eingangs- und Versandfortschrittszahl werden fortgeschrieben.

MRP-Übernahme und Produktionsauslösung

Die Materialbedarfsplanung von SAP Business One übernimmt die Bedarfe aus dem Lieferplan. Produktionsrahmen entstehen, Werker, Maschinen und Werkzeuge werden verplant, Unterlieferanten über den LAB-Erzeugungsassistenten abgerufen.

Versandvorschlag und Warenausgang

Der Versandvorschlagsassistent berechnet die zu liefernde Menge aus der disponierbaren Menge. Der ATM-Warenausgang bucht die Lieferung und erzeugt Warenbegleitschein, Speditionsauftrag sowie KLT- und GLT-Labels.

DFÜ-Versand an den Kunden

Lieferscheintransportdaten und Warenanhänger gehen automatisch per EDI an den Kunden. Sonderfahrten lassen sich manuell auslösen.

Faktura oder Gutschriftsverfahren

Je nach Vorgabe des Kunden wird das Rechnungs- oder das Gutschriftsverfahren angestoßen und per DFÜ übergeben.

Wie der offene Bedarf gerechnet wird

Zwei Fortschrittszahlen halten fest, was kumuliert bestellt und was kumuliert versendet wurde. Ihre Differenz zum Stichtag ist der Rückstand. Alles rechts davon ist offener Bedarf – daraus berechnet der Versandvorschlagsassistent die disponierbare Menge.

Fortschrittszahlen und Rückstand im Lieferplan Schematische Darstellung ohne Kundendaten. Die Säulen zeigen den Bedarf je Einteilung aus dem Lieferabruf. Die gestrichelte Linie ist der kumulierte Bedarf, die durchgezogene Linie die Versandfortschrittszahl. Der senkrechte Abstand beider Linien am Stichtag ist der Rückstand. Rechts vom Stichtag liegt der noch offene Bedarf, aus dem die disponierbare Menge berechnet wird. 40080012001600 Stück Stichtag offener BedarfBasis der disponierbaren Menge Rückstand Versand-FZ Bedarfkumuliert KW 1KW 2KW 3KW 4KW 5KW 6KW 7KW 8KW 9KW 10 Bedarf je Einteilung Bedarf kumuliert Versandfortschrittszahl Schematische Darstellung, keine Kundendaten.
Weicht die Fortschrittszahl des Kunden von der eigenen ab, zeigt das System die Differenz an, statt sie erst bei der Reklamation sichtbar werden zu lassen.
Ehrliche Abgrenzung

Was AUTOMOTIVE ONE abdeckt – und wofür es Ergänzungen braucht

Kein Modul löst alles. Diese Aufteilung hat sich in den Projekten bewährt und gehört ins Erstgespräch, bevor über Lizenzen gesprochen wird.

AUTOMOTIVE ONE deckt ab

Lieferpläne und Abrufsteuerung (LAB, FAB, PAB), Fortschrittszahlen, JIT- und JIS-Belieferung, den vollständigen EDI-Verkehr nach VDA, EDIFACT, ANSI und ODETTE, Versandsteuerung mit VDA-Papieren und Labels, Materialeinheiten mit Lagerplatz und Scanner, Einkauf über Partnerbestellungen, Lieferantenbewertung sowie Rechnungs- und Gutschriftsverfahren.

Dafür kommen Ergänzungen dazu

Tiefe Fertigungssteuerung: Für MES-nahe Anforderungen ergänzt beas Manufacturing die Produktionsplanung. Die Kombination ist mehrfach im Einsatz.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu AUTOMOTIVE ONE

Was ist AUTOMOTIVE ONE?

AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Es bildet die Bedarfe eines Serienbetriebs – produzierendes Unternehmen oder Handelsunternehmen – in Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung auf Basis von Materialeinheiten ab. Entwickelt und betreut wird das Modul von der init consulting AG, einem SAP Gold Partner mit Sitz in Kösching bei Ingolstadt.

Ist AUTOMOTIVE ONE ein eigenständiges ERP-System?

Nein. AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul und setzt eine bestehende SAP-Business-One-Installation voraus. Es ersetzt kein ERP-System, sondern erweitert eines. Ebenso wenig ist es ein EDI-Konverter im Sinne einer Übertragungssoftware oder eine Beratungsleistung – und es ist nicht mit init consulting AG gleichzusetzen, dem Unternehmen, das das Modul entwickelt und betreut.

Für welche Unternehmen eignet sich AUTOMOTIVE ONE?

Für Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, die im Serienbetrieb arbeiten und ihre Bedarfe über Abrufe statt über Einzelbestellungen erhalten. Das betrifft produzierende Unternehmen ebenso wie Handelsunternehmen in der Lieferkette. Wenn Sie Lieferabrufe per EDI empfangen, mit Fortschrittszahlen arbeiten oder VDA-Labels erzeugen müssen, ist die Lösung relevant. AUTOMOTIVE ONE ist bei 40 bis 50 Kunden im Einsatz; typische Konstellationen bei VW, BMW, Mercedes und Stellantis sind dadurch bereits abgedeckt.

Welche Norm gilt für welchen Geschäftsprozess?

Der Lieferabruf läuft über VDA 4905 oder 4984, EDIFACT DELFOR, ANSI 830 oder ODETTE DELINS. Der Feinabruf über VDA 4915 oder EDIFACT DELJIT, der produktionssynchrone Abruf über VDA 4916. Lieferscheintransportdaten gehen über VDA 4913 oder 4987, EDIFACT DESADV oder ANSI 856 hinaus, die Rechnung über VDA 4906, EDIFACT INVOIC oder ANSI 810. Welche Richtung – Empfang oder Versand – jeweils verfügbar ist, steht in der Normen-Übersicht mit allen Versionsständen.

Was ist der Unterschied zwischen Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchronem Abruf?

Der Lieferabruf (LAB) überträgt den Bedarf über einen längeren Horizont und ersetzt die Einzelbestellung. Der Feinabruf (FAB) präzisiert diesen Bedarf kurzfristig mit tages- oder schichtgenauen Mengen. Der produktionssynchrone Abruf (PAB) orientiert sich direkt an der Fertigungsreihenfolge beim Kunden – hier sind Reihenfolge und Zeitpunkt Teil des Bedarfs. AUTOMOTIVE ONE unterstützt alle drei Prozesse.

Was ist eine MHU?

MHU steht für Material Handling Unit, also Materialeinheit. Hinter einer MHU mit eindeutiger Nummer werden alle Informationen zu der Einheit gespeichert und sämtliche Bewegungen protokolliert – einschließlich der geografischen Platzierung. Auch volles und leeres Leergut sowie Ausschuss werden über MHUs geführt.

Wie unterstützt AUTOMOTIVE ONE bei Kundenaudits?

Die Lösung ist auf die transparente Nachverfolgung von Einkauf, Produktion und Lieferkette ausgelegt. Über die MHU-Verwaltung lässt sich lückenlos nachvollziehen, welches Material in welcher Einheit an welchen Kunden gegangen ist. Welche konkreten Nachweise Ihr Auditor verlangt, hängt vom jeweiligen Kunden und Regelwerk ab – das prüfen wir gemeinsam anhand Ihrer Audit-Anforderungen.

Unterstützt AUTOMOTIVE ONE JIT- und JIS-Belieferung?

Ja. Für die bedarfssynchrone Anlieferung (JIT) steuert das System den Versandvorschlag aus der disponierbaren Menge. Für die Belieferung in Verbaureihenfolge (JIS) wird der produktionssynchrone Abruf verarbeitet, bei dem Reihenfolge und Zeitpunkt Teil des Bedarfs sind. Beide Prozesse laufen über denselben Lieferplan wie der reguläre Lieferabruf.

Brauche ich zusätzlich einen EDI-Dienstleister?

Das hängt davon ab, über welche Wege Ihre Kunden die Daten übertragen und welche Formate im Einsatz sind. AUTOMOTIVE ONE verarbeitet die genannten Normen und bringt ein konfigurierbares Mapping-System mit, das direkt in SAP Business One eingerichtet wird – ohne externe Middleware und ohne Customizing am Kernsystem. Die physische Übertragungsstrecke zum Kunden ist davon zu trennen. Wir klären das im Erstgespräch anhand Ihrer bestehenden Anbindungen – eine pauschale Antwort wäre hier unseriös.

Lassen sich Leergut, Konsignation und Beistellung abbilden?

Ja. Leergut wird über Verpackungsmaterialkonten und MHUs geführt, sowohl im Verkauf als auch im Einkauf. Der Konsignationslagerprozess ist abbildbar, ebenso die Beistellung an externe Dienstleister inklusive Abbuchung der Beistellteile bei der Verarbeitung.

Kann AUTOMOTIVE ONE Bedarfsänderungen des Kunden verarbeiten?

Ja. Für Verkauf und Einkauf gibt es ein Veränderungsmanagement für Bedarfsveränderungen. In der Produktion wird der Plan über Produktionsrahmenaufträge geführt und erstreckt sich über alle Bedarfe – nicht nur über bereits eingefrorene Fertigungsaufträge. Dadurch schlagen Änderungen bis in die Planung durch.

Läuft SAP Business One mit AUTOMOTIVE ONE in der Cloud oder On-Premise?

SAP Business One kann als Cloud-Lösung oder On-Premise betrieben werden, auf SAP HANA oder Microsoft SQL Server; init consulting bietet beides an. Welches Betriebsmodell für Ihren Fall mit AUTOMOTIVE ONE sinnvoll ist – etwa im Hinblick auf EDI-Anbindung, Scanner-Infrastruktur und Verfügbarkeitsanforderungen –, legen wir im Konzept fest. Hintergründe zum Betriebsmodell finden Sie unter Cloud ERP.

Was kostet SAP Business One mit AUTOMOTIVE ONE?

Der Preis setzt sich aus Lizenzen, dem Zusatzmodul und dem Einführungsaufwand zusammen. Der Aufwand hängt vor allem an der Zahl der anzubindenden Kunden und Formate sowie an der Fertigungstiefe. Eine erste Größenordnung für die SAP-Business-One-Basis liefert die Seite Preise und Kosten oder die Online-Kalkulation. Eine belastbare Zahl für das Gesamtprojekt nennen wir nach der Prozessaufnahme.

Wie lange dauert die Einführung?

Dafür gibt es keine seriöse Pauschalantwort. Die Dauer wird bestimmt von der Anzahl der Kundenanbindungen, der Zahl der Standorte, der Fertigungstiefe und dem Zustand Ihrer Stammdaten. Nach der Prozessaufnahme erhalten Sie einen Terminplan mit benannten Meilensteinen.

Wo finde ich die Produktdokumentation zu AUTOMOTIVE ONE?

Das Anwenderhandbuch zu AUTOMOTIVE ONE ist öffentlich zugänglich und deckt Verkauf, Einkauf, Geschäftspartner-Stammdaten, Lagerverwaltung, Produktion, die MHU-Lösung, Server-Services sowie Einrichtung und Betrieb ab. Sie finden es unter manula.com – AUTOMOTIVE ONE 4.10.

Nächster Schritt

Sprechen wir über Ihre Abrufe – nicht über Software

Bringen Sie einen typischen Lieferabruf, eine Verpackungsvorschrift und Ihre letzte Audit-Feststellung mit. Nach 45 Minuten wissen Sie, welche Ihrer Prozesse AUTOMOTIVE ONE im Standard abdeckt und wo Aufwand entsteht.

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Über diesen Beitrag

Porträt von Constantin Strunz, SAP Business One Berater bei der init consulting AG

Constantin Strunz
SAP Business One Berater, Schwerpunkt Automotive und EDI-Prozesse, init consulting AG

Fachbeiträge des Autors erscheinen im b1-blog.

Stand und Pflege

Inhaltlicher Stand:
Bezug: AUTOMOTIVE ONE, dokumentierte Version 4.10
Nächste Überprüfung: bei neuem Releasestand oder Änderung der unterstützten Normen.

Quellen und Belege

  • Anwenderhandbuch AUTOMOTIVE ONE 4.10, init consulting AG
  • Normenwerk des Verbands der Automobilindustrie (VDA)
  • UN/EDIFACT-Nachrichtenstandards
  • Produktinformationen SAP Business One, SAP SE