ERP für Automobilzulieferer: Lieferabrufe, EDI und Rückverfolgbarkeit in einem System
AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Es bildet die Serienabwicklung von Automobilzulieferern in Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung ab.
Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchroner Abruf, JIT- und JIS-Belieferung, Datenaustausch nach VDA und EDIFACT sowie die lückenlose Verfolgung jeder Materialeinheit laufen in einem System – ohne Excel-Listen zwischen OEM und Produktion.
Kurz erklärt: Was ist AUTOMOTIVE ONE?
AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Mit dem Modul werden die Bedarfe eines Serienbetriebs – produzierendes Unternehmen oder Handelsunternehmen – in den Bereichen Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung auf Basis von Materialeinheiten abgebildet. Entwickelt und betreut wird die Lösung von der init consulting AG.
Was AUTOMOTIVE ONE nicht ist: kein eigenständiges ERP-System, kein EDI-Konverter und keine Beratungsleistung. Das Modul setzt eine bestehende SAP-Business-One-Installation voraus und ist nicht mit dem Anbieter init consulting AG gleichzusetzen.
- Produktart
- Zusatzmodul (Add-on) für SAP Business One
- Anbieter
- init consulting AG, Kösching (DE)
- Zielgruppe
- Tier-1- und Tier-2-Zulieferer im Serienbetrieb
- Kernbereiche
- Verkauf, Einkauf, Produktion, Lager/MHU
- EDI-Standards
- VDA, EDIFACT, ODETTE, ANSI
- Verbreitung
- 40–50 aktive Installationen
- Dokumentierte Version
- 4.10 (öffentliches Handbuch)
- Alle Kerndaten
- Faktenseite AUTOMOTIVE ONE
AUTOMOTIVE ONE in 43 Sekunden
Ein kurzer Einblick, wofür AUTOMOTIVE ONE in der Serienabwicklung steht: Lieferabrufe, Datenaustausch und Rückverfolgbarkeit in einem System statt in Tabellen daneben.
Die drei Fragen, die dahinterstehen, beantwortet diese Seite ausführlich:
- Was Zulieferer im Serienbetrieb vom Standard-ERP unterscheidet
- Wie Abrufe, Fortschrittszahlen und Versand zusammenspielen
- Welche Rolle die Materialeinheit für den Nachweis spielt
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Ausgangslage bei Automobilzulieferern: woran die Serienabwicklung im Standard-ERP scheitert
Die Automobilindustrie verlangt von ihren Zulieferern Qualität, Liefertreue und transparente logistische Prozesse – bei gleichzeitig hoher Flexibilität und kurzen Reaktionszeiten. Ein ERP-System, das nur Einzelaufträge kennt, bildet diese Anforderungen nicht ab.
Abrufe statt Aufträge
Der Kunde sendet Lieferabrufe und Feinabrufe per DFÜ. Das Standardsystem erwartet Einzelaufträge – die Umsetzung passiert in Tabellen neben dem ERP.
Fortschrittszahlen ohne System
Eingangs- und Versand-Fortschrittszahlen werden manuell abgeglichen. Differenzen fallen erst auf, wenn der Kunde reklamiert.
Labels außerhalb des Prozesses
Warenanhänger und Warenbegleitscheine nach VDA-Norm werden separat erzeugt. Die Zuordnung zu Packstücken ist nicht geprüft.
Rückverfolgbarkeit endet zu früh
Im Audit ist nachzuweisen, welches Material in welcher Einheit an welchen Kunden ging. Ohne Einheitenverwaltung ist das eine Rekonstruktion aus Belegen.
Leergut bleibt unsichtbar
Verpackungsmaterial und Ladungsträger zirkulieren zwischen Kunde, Werk und Dienstleister – ohne Konto und ohne Bestand.
Änderungen erreichen die Fertigung spät
Bedarfsveränderungen des Kunden müssen bis in den Produktionsplan durchschlagen. Ein eingefrorener Fertigungsauftrag reicht dafür nicht.
Was AUTOMOTIVE ONE in SAP Business One abbildet
AUTOMOTIVE ONE setzt nicht auf einzelne Insellösungen, sondern auf ein integriert gekapseltes System. Verkauf, Einkauf, Produktion und Lager arbeiten auf denselben Bedarfs- und Materialdaten.
Verkauf
Bedarfe des Kunden vom Abruf bis zur Rechnung
- Einzelbedarfe und Serienaufträge (Lieferabruf) verwalten
- Bedarfsannahme per DFÜ (VDA oder EDIFACT) oder auf Papier
- Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchroner Abruf
- Bedarfsverwaltung über Rahmenaufträge (Partnerauftrag)
- Berechnung mit zwei Fortschrittszahlen (Eingang und Versand)
- Variabler Sicherheitsbestand, Verpackungsvarianten je Partnerauftrag
- Veränderungsmanagement für Bedarfsänderungen
- Versandvorschlagsassistent auf Basis der disponierbaren Menge
- ATM-Warenausgang, Packstücke laut Verpackungsvorschrift
- Warenanhänger (WAH), Warenbegleitschein, Speditionsauftrag, KLT- und GLT-Labels nach VDA-Norm
- Sonderfahrten manuell auslösbar
- Prüfung der VDA-Label-Zuordnung zu Packstücken, Preisprüfung beim Versand
- Lieferscheintransportdaten und Rechnung per DFÜ
- Gutschriftsverfahren (Selfbilling) mit DFÜ-Empfang
- Leergutverwaltung, Konsignationslager, Beistellung an Dienstleister
Einkauf
Lieferanten im Lieferplan statt in Einzelbestellungen
- Bedarfsverwaltung für Lieferanten über Partnerbestellungen
- Verwaltung von Verpackungsvorschriften
- Bedarfsermittlung über die Materialbedarfsplanung (MRP)
- Variabler Sicherheitsbestand und Bestellvielfaches je Lieferant
- Lieferplan per Papier oder DFÜ (VDA oder EDIFACT)
- Verwaltung von Bedarfsveränderungen
- ABC-Klassifizierung und Lieferantenbewertung nach Termin und Menge
- LAB-Erzeugungsassistent für Abrufe an Unterlieferanten
- Wareneingangsvorschlag bis zu einem Stichtag
- Ware im Transit für Lieferungen aus Übersee
- Ware bei externen Dienstleistern inkl. Abbuchung der Beistellteile
- Wareneingang aus Einzel- und Serienbestellungen (Lieferplan)
- Automatische Wareneingänge aus Lieferscheintransportdaten
- Leergutverwaltung
Produktion
Planung über alle Bedarfe, nicht nur über feste Aufträge
- Produktionsplan über Produktionsrahmenaufträge
- Planung über alle Bedarfe, nicht nur über eingefrorene Fertigungsaufträge
- Ressourcenplanung für Maschinen, Werkzeuge und Werker
- Planung gegen endliche Kapazität
- Definition der Produktionsverpackung
- Normale Produktion: mehrere Artikel werden zu einem
- Koppelproduktion: ein Artikel wird zu mehreren – etwa Spritzen, Stanzen oder Lasern von Blechen
- Produktionsvorschlag bis zu einem Stichtag
- Einfrieren des Produktionsplans über Produktionsabrufe
- Rückmeldungen aus der Produktion
Der vollständige Funktionsumfang inklusive Stammdaten, Server-Services und Bedienung ist im öffentlichen Anwenderhandbuch AUTOMOTIVE ONE 4.10 dokumentiert.
Rückverfolgbarkeit in AUTOMOTIVE ONE: Materialeinheiten (MHU)
Ziel der MHU-Verwaltung ist es, Material in Form von Materialeinheiten zu führen. Hinter jeder Materialeinheit mit eindeutiger MHU-Nummer werden alle notwendigen Informationen gespeichert, jede Bewegung wird protokolliert – einschließlich der geografischen Platzierung und des leeren Leerguts.
Lückenlose Nachverfolgung
Die MHU ermöglicht die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Ware und Artikel – vom Wareneingang über die Produktion bis zum Warenausgang beim Kunden.
Bedarfslisten je Arbeitsplatz
Das System erzeugt Bedarfslisten für Material und Leergut zum Arbeitsplatz, zur Umverpackung an den Umpackplatz und für den Versandplatz.
VDA-Labels an der Einheit
VDA-Labels werden den MHUs zugeordnet. Beim Versand prüft das System, ob Label und Packstück korrekt zusammengehören.
Volle und halbvolle Einheiten
Volle und angebrochene MHUs werden ebenso geführt wie volles und leeres Leergut – Restmengen bleiben bestandsgeführt statt zu verschwinden.
Platzverwaltung und Inventur
Mit der MHU wird die geografische Platzierung protokolliert. Lagerplatzverwaltung, Scannerfunktionen und Inventur greifen auf denselben Datenstand zu.
Ausschuss dokumentiert
Ausschuss wird über die MHU-Verwaltung erfasst statt über Korrekturbuchungen – die Materialbilanz bleibt nachvollziehbar.
Im Audit zählt die Kette. AUTOMOTIVE ONE ist auf die transparente Nachverfolgung von Einkauf, Produktion und Lieferkette ausgelegt – ein Erfolgsfaktor, wenn Kundenaudits den Nachweis über den gesamten Materialfluss verlangen.
Von AUTOMOTIVE ONE unterstützte EDI-Standards: VDA, EDIFACT, ODETTE und ANSI
EDI überträgt Geschäftsdaten beleglos zwischen den Systemen von Kunde und Lieferant. In der Automobilbranche erhöht das die Lieferbereitschaft, reduziert Sonderlieferungen und macht das manuelle Übertragen in lieferanteneigene Belege überflüssig. Die folgenden Normen bildet AUTOMOTIVE ONE ab.
| Geschäftsprozess | Norm | Empfang | Versand |
|---|---|---|---|
| Lieferabruf (LAB) | VDA 4905 | ja | ja |
| Lieferabruf (LAB) | VDA 4984 | ja | – |
| Feinabruf (FAB) | VDA 4915 | ja | – |
| Produktionssynchroner Abruf (PAB) | VDA 4916 | ja | – |
| Lieferscheintransportdaten | VDA 4913 | ja | ja |
| Lieferscheintransportdaten | VDA 4987 | – | ja |
| Rechnung | VDA 4906 | ja | ja |
| Geschäftsprozess | Norm | Empfang | Versand |
|---|---|---|---|
| Lieferabruf | 830 | ja | – |
| Lieferscheintransportdaten / ASN | 856 | – | ja |
| Rechnung | 810 | – | ja |
| Geschäftsprozess | Norm | Empfang | Versand |
|---|---|---|---|
| Lieferabruf | DELINS | ja | – |
EDIFACT-Nachrichtentypen
Empfang
DELFOR– D96A, D99B, D04A, D10ADELJIT– D97A, D98B, D04B, D13AINVOIC– D07AORDERS– D96A, D96B, D97A, D99B, D05B, D10A
Versand
DELFOR– D04ADESADV– D96A, D96B, D97A, D98A, D07AINVOIC– D07A
Neue Kundenformate ohne Eingriff ins Kernsystem
AUTOMOTIVE ONE bringt ein konfigurierbares DFÜ-Regelsatz- und Mapping-System mit. Neue OEM-Anforderungen – etwa die VDA-4985-T2-Integration für Mercedes-Benz-Werke – werden darüber umgesetzt, ohne Customizing am SAP-Kernsystem. Die Konfiguration erfolgt direkt in SAP Business One, ohne externe Middleware.
Bewährte OEM-Szenarien
Typische Konstellationen bei VW, BMW, Mercedes und Stellantis sowie Randfälle der Abrufverarbeitung sind über reale Kundenprojekte abgedeckt. Für die VDA-4987-Anbindung an VW existiert eine eigene Einrichtungsanleitung im Produkt.
Stand der Angaben: dokumentierter Funktionsumfang von AUTOMOTIVE ONE. Normen werden von Institutionen wie dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) herausgegeben. Ob ein konkretes Kundenformat abgedeckt ist, klären wir im Erstgespräch anhand Ihrer Abruf- und Rechnungsdaten.
Glossar zur Serienabwicklung mit AUTOMOTIVE ONE
Die sieben Begriffe, die auf dieser Seite immer wieder vorkommen – so, wie sie in AUTOMOTIVE ONE verwendet werden.
- Lieferabruf (LAB)
- Vom Kunden übermittelter Bedarf über einen längeren Horizont. Er ersetzt die Einzelbestellung und wird gegen einen Rahmen- beziehungsweise Partnerauftrag verrechnet.
- Feinabruf (FAB)
- Kurzfristige Präzisierung des Lieferabrufs mit tages- oder schichtgenauen Mengen und Terminen.
- Produktionssynchroner Abruf (PAB)
- Abruf, der sich direkt an der Fertigungsreihenfolge beim Kunden orientiert. Reihenfolge und Zeitpunkt sind Teil des Bedarfs.
- Fortschrittszahl (EFZ / VFZ)
- Kumulierte Menge über die gesamte Laufzeit einer Lieferbeziehung. AUTOMOTIVE ONE rechnet mit einer Eingangsfortschrittszahl (EFZ) und einer Versandfortschrittszahl (VFZ) und leitet daraus Rückstand, Sofortbedarf und die disponierbare Menge ab.
- Lieferplan
- Rahmen mit vielen Einteilungen aus Datum und Menge über einen langen Zeitraum. Ein neu empfangener Lieferabruf ersetzt den bisherigen Plan vollständig; das System rechnet die offenen Mengen neu.
- Materialeinheit (MHU)
- Material Handling Unit: physische Materialeinheit mit eindeutiger Nummer, unter der Inhalt, Zustand, Platzierung und sämtliche Bewegungen protokolliert werden.
- Leergut
- Ladungsträger und Verpackungsmaterial, die zwischen Kunde, Werk und Dienstleister zirkulieren. In AUTOMOTIVE ONE über Verpackungsmaterialkonten und MHUs geführt.
Das vollständige Verzeichnis mit 16 Begriffen – darunter JIT und JIS, Konsignationslager, Beistellung, Koppelproduktion, Gutschriftsverfahren und die VDA-Ladungsträger KLT und GLT – steht auf der Faktenseite zu AUTOMOTIVE ONE.
Checkliste: Audit- und EDI-Readiness für Automobilzulieferer
Acht Seiten zum Abhaken – entwickelt aus Einführungsprojekten bei Zulieferern. Sie prüfen damit in etwa 20 Minuten, wo Ihre Abrufabwicklung, Ihr Datenaustausch und Ihre Rückverfolgbarkeit heute stehen und welche Lücken im nächsten Kundenaudit relevant werden.
- 34 Prüfpunkte in fünf Blöcken: Abrufe, EDI, Produktion, Material, Nachweise
- Übersicht der VDA-, EDIFACT-, ODETTE- und ANSI-Normen je Geschäftsprozess
- Fragenkatalog für das Gespräch mit Kunde und EDI-Dienstleister
- Reifegrad-Einstufung mit Auswertungsbogen
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Prozesskreis in AUTOMOTIVE ONE: vom Abruf des Kunden bis zur Faktura
Der Unterschied zur Einzelauftragsabwicklung liegt in der Lieferplansicht: Ein Lieferplan umfasst viele Einteilungen aus Datum und Menge über einen langen Zeitraum. Trifft ein neuer Lieferabruf ein, ersetzt er den bisherigen Plan vollständig – und das System rechnet Rückstand, Sofortbedarf und disponierbare Menge neu.
DFÜ-Empfang des Abrufs
Der Lieferabruf, Feinabruf oder produktionssynchrone Abruf wird per EDI importiert und in den Partnerauftrag in SAP Business One überführt. Eingangs- und Versandfortschrittszahl werden fortgeschrieben.
MRP-Übernahme und Produktionsauslösung
Die Materialbedarfsplanung von SAP Business One übernimmt die Bedarfe aus dem Lieferplan. Produktionsrahmen entstehen, Werker, Maschinen und Werkzeuge werden verplant, Unterlieferanten über den LAB-Erzeugungsassistenten abgerufen.
Versandvorschlag und Warenausgang
Der Versandvorschlagsassistent berechnet die zu liefernde Menge aus der disponierbaren Menge. Der ATM-Warenausgang bucht die Lieferung und erzeugt Warenbegleitschein, Speditionsauftrag sowie KLT- und GLT-Labels.
DFÜ-Versand an den Kunden
Lieferscheintransportdaten und Warenanhänger gehen automatisch per EDI an den Kunden. Sonderfahrten lassen sich manuell auslösen.
Faktura oder Gutschriftsverfahren
Je nach Vorgabe des Kunden wird das Rechnungs- oder das Gutschriftsverfahren angestoßen und per DFÜ übergeben.
Wie der offene Bedarf gerechnet wird
Zwei Fortschrittszahlen halten fest, was kumuliert bestellt und was kumuliert versendet wurde. Ihre Differenz zum Stichtag ist der Rückstand. Alles rechts davon ist offener Bedarf – daraus berechnet der Versandvorschlagsassistent die disponierbare Menge.
Was AUTOMOTIVE ONE abdeckt – und wofür es Ergänzungen braucht
Kein Modul löst alles. Diese Aufteilung hat sich in den Projekten bewährt und gehört ins Erstgespräch, bevor über Lizenzen gesprochen wird.
AUTOMOTIVE ONE deckt ab
Lieferpläne und Abrufsteuerung (LAB, FAB, PAB), Fortschrittszahlen, JIT- und JIS-Belieferung, den vollständigen EDI-Verkehr nach VDA, EDIFACT, ANSI und ODETTE, Versandsteuerung mit VDA-Papieren und Labels, Materialeinheiten mit Lagerplatz und Scanner, Einkauf über Partnerbestellungen, Lieferantenbewertung sowie Rechnungs- und Gutschriftsverfahren.
Dafür kommen Ergänzungen dazu
Tiefe Fertigungssteuerung: Für MES-nahe Anforderungen ergänzt beas Manufacturing die Produktionsplanung. Die Kombination ist mehrfach im Einsatz.
Häufige Fragen zu AUTOMOTIVE ONE
Was ist AUTOMOTIVE ONE?
AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul für SAP Business One. Es bildet die Bedarfe eines Serienbetriebs – produzierendes Unternehmen oder Handelsunternehmen – in Verkauf, Einkauf, Produktion und Lagerverwaltung auf Basis von Materialeinheiten ab. Entwickelt und betreut wird das Modul von der init consulting AG, einem SAP Gold Partner mit Sitz in Kösching bei Ingolstadt.
Ist AUTOMOTIVE ONE ein eigenständiges ERP-System?
Nein. AUTOMOTIVE ONE ist ein Zusatzmodul und setzt eine bestehende SAP-Business-One-Installation voraus. Es ersetzt kein ERP-System, sondern erweitert eines. Ebenso wenig ist es ein EDI-Konverter im Sinne einer Übertragungssoftware oder eine Beratungsleistung – und es ist nicht mit init consulting AG gleichzusetzen, dem Unternehmen, das das Modul entwickelt und betreut.
Für welche Unternehmen eignet sich AUTOMOTIVE ONE?
Für Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, die im Serienbetrieb arbeiten und ihre Bedarfe über Abrufe statt über Einzelbestellungen erhalten. Das betrifft produzierende Unternehmen ebenso wie Handelsunternehmen in der Lieferkette. Wenn Sie Lieferabrufe per EDI empfangen, mit Fortschrittszahlen arbeiten oder VDA-Labels erzeugen müssen, ist die Lösung relevant. AUTOMOTIVE ONE ist bei 40 bis 50 Kunden im Einsatz; typische Konstellationen bei VW, BMW, Mercedes und Stellantis sind dadurch bereits abgedeckt.
Welche Norm gilt für welchen Geschäftsprozess?
Der Lieferabruf läuft über VDA 4905 oder 4984, EDIFACT DELFOR, ANSI 830 oder ODETTE DELINS. Der Feinabruf über VDA 4915 oder EDIFACT DELJIT, der produktionssynchrone Abruf über VDA 4916. Lieferscheintransportdaten gehen über VDA 4913 oder 4987, EDIFACT DESADV oder ANSI 856 hinaus, die Rechnung über VDA 4906, EDIFACT INVOIC oder ANSI 810. Welche Richtung – Empfang oder Versand – jeweils verfügbar ist, steht in der Normen-Übersicht mit allen Versionsständen.
Was ist der Unterschied zwischen Lieferabruf, Feinabruf und produktionssynchronem Abruf?
Der Lieferabruf (LAB) überträgt den Bedarf über einen längeren Horizont und ersetzt die Einzelbestellung. Der Feinabruf (FAB) präzisiert diesen Bedarf kurzfristig mit tages- oder schichtgenauen Mengen. Der produktionssynchrone Abruf (PAB) orientiert sich direkt an der Fertigungsreihenfolge beim Kunden – hier sind Reihenfolge und Zeitpunkt Teil des Bedarfs. AUTOMOTIVE ONE unterstützt alle drei Prozesse.
Was ist eine MHU?
MHU steht für Material Handling Unit, also Materialeinheit. Hinter einer MHU mit eindeutiger Nummer werden alle Informationen zu der Einheit gespeichert und sämtliche Bewegungen protokolliert – einschließlich der geografischen Platzierung. Auch volles und leeres Leergut sowie Ausschuss werden über MHUs geführt.
Wie unterstützt AUTOMOTIVE ONE bei Kundenaudits?
Die Lösung ist auf die transparente Nachverfolgung von Einkauf, Produktion und Lieferkette ausgelegt. Über die MHU-Verwaltung lässt sich lückenlos nachvollziehen, welches Material in welcher Einheit an welchen Kunden gegangen ist. Welche konkreten Nachweise Ihr Auditor verlangt, hängt vom jeweiligen Kunden und Regelwerk ab – das prüfen wir gemeinsam anhand Ihrer Audit-Anforderungen.
Unterstützt AUTOMOTIVE ONE JIT- und JIS-Belieferung?
Ja. Für die bedarfssynchrone Anlieferung (JIT) steuert das System den Versandvorschlag aus der disponierbaren Menge. Für die Belieferung in Verbaureihenfolge (JIS) wird der produktionssynchrone Abruf verarbeitet, bei dem Reihenfolge und Zeitpunkt Teil des Bedarfs sind. Beide Prozesse laufen über denselben Lieferplan wie der reguläre Lieferabruf.
Brauche ich zusätzlich einen EDI-Dienstleister?
Das hängt davon ab, über welche Wege Ihre Kunden die Daten übertragen und welche Formate im Einsatz sind. AUTOMOTIVE ONE verarbeitet die genannten Normen und bringt ein konfigurierbares Mapping-System mit, das direkt in SAP Business One eingerichtet wird – ohne externe Middleware und ohne Customizing am Kernsystem. Die physische Übertragungsstrecke zum Kunden ist davon zu trennen. Wir klären das im Erstgespräch anhand Ihrer bestehenden Anbindungen – eine pauschale Antwort wäre hier unseriös.
Lassen sich Leergut, Konsignation und Beistellung abbilden?
Ja. Leergut wird über Verpackungsmaterialkonten und MHUs geführt, sowohl im Verkauf als auch im Einkauf. Der Konsignationslagerprozess ist abbildbar, ebenso die Beistellung an externe Dienstleister inklusive Abbuchung der Beistellteile bei der Verarbeitung.
Kann AUTOMOTIVE ONE Bedarfsänderungen des Kunden verarbeiten?
Ja. Für Verkauf und Einkauf gibt es ein Veränderungsmanagement für Bedarfsveränderungen. In der Produktion wird der Plan über Produktionsrahmenaufträge geführt und erstreckt sich über alle Bedarfe – nicht nur über bereits eingefrorene Fertigungsaufträge. Dadurch schlagen Änderungen bis in die Planung durch.
Läuft SAP Business One mit AUTOMOTIVE ONE in der Cloud oder On-Premise?
SAP Business One kann als Cloud-Lösung oder On-Premise betrieben werden, auf SAP HANA oder Microsoft SQL Server; init consulting bietet beides an. Welches Betriebsmodell für Ihren Fall mit AUTOMOTIVE ONE sinnvoll ist – etwa im Hinblick auf EDI-Anbindung, Scanner-Infrastruktur und Verfügbarkeitsanforderungen –, legen wir im Konzept fest. Hintergründe zum Betriebsmodell finden Sie unter Cloud ERP.
Was kostet SAP Business One mit AUTOMOTIVE ONE?
Der Preis setzt sich aus Lizenzen, dem Zusatzmodul und dem Einführungsaufwand zusammen. Der Aufwand hängt vor allem an der Zahl der anzubindenden Kunden und Formate sowie an der Fertigungstiefe. Eine erste Größenordnung für die SAP-Business-One-Basis liefert die Seite Preise und Kosten oder die Online-Kalkulation. Eine belastbare Zahl für das Gesamtprojekt nennen wir nach der Prozessaufnahme.
Wie lange dauert die Einführung?
Dafür gibt es keine seriöse Pauschalantwort. Die Dauer wird bestimmt von der Anzahl der Kundenanbindungen, der Zahl der Standorte, der Fertigungstiefe und dem Zustand Ihrer Stammdaten. Nach der Prozessaufnahme erhalten Sie einen Terminplan mit benannten Meilensteinen.
Wo finde ich die Produktdokumentation zu AUTOMOTIVE ONE?
Das Anwenderhandbuch zu AUTOMOTIVE ONE ist öffentlich zugänglich und deckt Verkauf, Einkauf, Geschäftspartner-Stammdaten, Lagerverwaltung, Produktion, die MHU-Lösung, Server-Services sowie Einrichtung und Betrieb ab. Sie finden es unter manula.com – AUTOMOTIVE ONE 4.10.
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Sprechen wir über Ihre Abrufe – nicht über Software
Bringen Sie einen typischen Lieferabruf, eine Verpackungsvorschrift und Ihre letzte Audit-Feststellung mit. Nach 45 Minuten wissen Sie, welche Ihrer Prozesse AUTOMOTIVE ONE im Standard abdeckt und wo Aufwand entsteht.
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